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Viertes Treffen der mepps-Alumni am 12./13. Oktober 2018

Text und Foto: Clearingstelle Medienkompetenz

Für viele war es ein fester Termin im Kalender: das jährliche Alumni-Treffen des Zertifikatskurses Medienpädagaogische Praxis (#mepps). Trotz Sperrung der wichtigen ICE-Strecke zwischen Frankfurt und Köln kamen alle Teilnehmenden an ihr Ziel und verbrachten zwei Tage mit intensivem Austausch, Input, gemeinsamen Nachdenken und Diskutieren.

Datenschutz ist eigentlich kein neues Thema. Dennoch war es vor allem durch die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in diesem Jahr verstärkt im Fokus der Öffentlichkeit. Gleichzeitig herrscht auch immer noch Unsicherheit und Verunsicherung, im Netz kursiert gefährliches Halbwissen. Für MedienpädagogInnen ist Datenschutz ein wichtiges Thema – nicht nur in der Beschäftigung mit dem Thema als Inhalt der Medienpädagogik, sondern auch, weil die alltägliche Arbeit oft den Umgang mit personenbezogen Daten wie Namen oder Bilder erfordert.

Einen pragmatischen Blick auf das Thema warf daher der Journalist Felix Neumann, der als Redakteur bei katholisch.de arbeitet. Unterhaltsam und anschaulich machte er in seinem Impulsvortrag deutlich, welche Rechte und Pflichten die Datenschutzgrundverordnung bzw. das kirchliche Datenschutzrecht enthält, wie deren Umsetzung in der Praxis aussehen kann und an welchen Stellen es aus seiner Sicht Nachbesserungsbedarf in der Gesetzgebung gibt. Er plädierte für „gesunden Menschenverstand“ auch beim Datenschutz – der nach wie vor dazu da ist, Menschen zu schützen (und nicht die Daten).

Alle, die im Netz aktiv sind, sind gleichzeitig immer Verwerter und Betroffene in Sachen Datenschutz und sollten sich dieser Doppelrolle auch bewusst sein. Als Gegenentwurf zur aktuell oft zu spürenden „Datenschutzmüdigkeit“ fordert Felix Neumann „Selbstbestimmung als Bildungsziel“ ebenso wie die Reflexion über eigene und fremde Privatsphärebedürfnisse. MedienpädagogInnen sind also aufgefordert, die Diskussion um den Sinn des Datenschutzes in ihrem Arbeitsbereich auf verschiedenen Ebenen zu führen.

Was haben WhatsApp, Google Maps, Tinder und Bitcoin gemeinsam? Sie alle existierten vor zehn Jahren noch nicht. Im zweiten Impulsvortrag  blickt Mechthild Appelhoff von der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen auf das Thema Werte vor dem Hintergrund der Digitalisierung. Sie fragt: Welche Diskurse stehen an? Und wer führt ihn mit wem worüber?

Anhand konkreter Beispiele zeigt sie auf, dass Werte, die für das Zusammenleben als Gesellschaft, aber auch für uns als Individuen von Relevanz sind, durch die innovativen und disruptiven Prozesse im Kontext der Digitalisierung infrage gestellt, neu definiert oder neu fundiert werden müssen. Sie fordert einen breiten gesellschaftlichen Diskurs, um den Digitalisierungsprozess nicht nur an wirtschaftlichen Interessen, sondern auch am Gemeinwohl auszurichten.

Zum Diskutieren, Nachdenken und Perspektivenwechseln soll auch der neu erschienene Fragebogen der LfM dienen, der zur Reflexion der eigenen Smartphone-Nutzung anregt.

Zwischen den beiden Impulsvorträgen lag ein durch die Barcamp, in dem unter anderem nach Gott im Netz gesucht, über Escape-Games zu medialen Themen diskutiert und aktuelle Tools und Apps zusammengetragten wurden.

Das Fazit der Teilnehmenden am Ende der Tagung war einhellig: Eine perfekte Mischung aus Input und Austausch – und der Termin für nächstes Jahr wurde bereits in einigen Kalendern notiert.

Das Alumni-Treffen ist Teil des Angebots Zertifikatskurs Medienpädagogische Praxis, den die Clearingstelle Medienkompetenz der Deutschen Bischofskonferenz gemeinsam mit anderen Trägern durchführt. Ziel des Alumni-Treffens ist es, die Absolventinnen und Absolventen über die verschiedenen Kursjahrgänge und Arbeitsfelder hinweg zu vernetzen und einmal im Jahr zu Austausch und Fortbildung einzuladen.

2018-alumni-01 (c) Clearingstelle Medienkompetenz der DBK
2018-alumni-02 (c) Clearingstelle Medienkompetenz der DBK
2018-alumni-03 (c) Clearingstelle Medienkompetenz der DBK
2019 mepps Veranstalter 2500x625@72